Durchgangslager Piding (Piding): Unterschied zwischen den Versionen

Zur Navigation springen Zur Suche springen
keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 10: Zeile 10:
1946 bestand das Lager aus den vier großen Hallen und etwa 60 Baracken, die insgesamt Platz für 5000 Personen boten. Ein Teil der Unterkünfte gehörte ab 1946 nicht mehr zum Durchgangslager, sondern diente als Wohnlager überwiegend für Flüchtlinge aus dem so genannten Sudetenland. Es bestanden also zwei voneinander unabhängige Lager:  Das Durchgangslager für die Flüchtlinge, die weiter geleitet wurden und ein Wohnlager, wo auf Dauer hauptsächlich deutschböhmische Vertriebene wohnten.  
1946 bestand das Lager aus den vier großen Hallen und etwa 60 Baracken, die insgesamt Platz für 5000 Personen boten. Ein Teil der Unterkünfte gehörte ab 1946 nicht mehr zum Durchgangslager, sondern diente als Wohnlager überwiegend für Flüchtlinge aus dem so genannten Sudetenland. Es bestanden also zwei voneinander unabhängige Lager:  Das Durchgangslager für die Flüchtlinge, die weiter geleitet wurden und ein Wohnlager, wo auf Dauer hauptsächlich deutschböhmische Vertriebene wohnten.  


Am 1. Mai 1948 übernahm der „Staatssekretär für das Flüchtlingswesen“ sämtliche Aufgaben im Lager. Der Sondereinsatz des BRK war damit beendet. Die bisher als „Lager Piding“ bezeichnete Anlage wurde nun in „Grenzdurchgangslager Piding“ umbenannt. Mit der „Verteilungsverordnung“ und dem „Heimkehrergesetz“ traten 1952 zwei neue Gesetze in Kraft, die den Betrieb im Lager regelten. Es wurden vor allem deutschstämmige Menschen aus Jugoslawien aufgenommen und in der gesamten Bundesrepublik Deutschland verteilt. Wegen des Ungarnaufstands kamen von November 1956 bis Januar 1957 über 5000 ungarische Flüchtlinge im Lager an, die dort betreut und weiter geleitet wurden.  
Am 1. Mai 1948 übernahm der „Staatssekretär für das Flüchtlingswesen“ sämtliche Aufgaben im Lager. Der Sondereinsatz des BRK war damit beendet. Die bisher als „Lager Piding“ bezeichnete Anlage wurde nun in „Grenzdurchgangslager Piding“ umbenannt. Mit der „Verteilungsverordnung“ und dem „Heimkehrergesetz“ traten 1952 zwei neue Gesetze in Kraft, die den Betrieb im Lager regelten. Es wurden vor allem deutschstämmige Menschen aus Jugoslawien aufgenommen und in der gesamten Bundesrepublik Deutschland verteilt. Wegen des Ungarnaufstands kamen von November 1956 bis Januar 1957 über 5000 ungarische Flüchtlinge im Lager an, die dort betreut und weiter geleitet wurden. 1965 wurde das Lagergelände offiziell nach Piding eingemeindet.  


'''Schließung '''
'''Schließung '''
Zeile 18: Zeile 18:
'''Wirtschaftlicher Aufschwung'''
'''Wirtschaftlicher Aufschwung'''


Im Bereich des Wohnlagers, welches überwiegend mit deutschböhmischen Vertriebenen belegt war, entwickelten sich mehrere Firmen. Diese haben enorm zum wirtschaftlichen Aufschwung Pidings beigetragen. So nahmen unter anderem die namhaften Firmen Schowanek (Holzwaren), Chiba (Handschuhe) und Kiefel (Maschinenbau) im Lager Piding ihren Anfang. Der Ortsteil im Bereich Ahornstraße/Lindenstraße wird vom Volksmund noch heute "Lager" genannt.
Das Lager wirkte sich stark auf die Entwicklung der Bevölkerungszahl in der Gemeinde Piding aus: 1939: 1.180, 1950: 2.560 Einwohner. Im Bereich des Wohnlagers, welches überwiegend mit deutschböhmischen Vertriebenen belegt war, entwickelten sich mehrere Firmen. Diese haben enorm zum wirtschaftlichen Aufschwung Pidings beigetragen. So nahmen unter anderem die namhaften Firmen Schowanek (Holzwaren), Chiba (Handschuhe) und Kiefel (Maschinenbau) im Lager Piding ihren Anfang. Der Ortsteil im Bereich Ahornstraße/Lindenstraße wird vom Volksmund noch heute "Lager" genannt.


== Literatur ==
== Literatur ==
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von Bad Reichenhall Wiki. Durch die Nutzung von Bad Reichenhall Wiki erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.

Navigationsmenü