Hünn, Carl

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Hünn, Carl, Orchesterleiter und Komponist, * 11.5.1831 Langenzenn/Mittelfranken, † 8.1. 1906 Bad Reichenhall

Der im mittelfränkischen Langenzenn  geborene Carl Hünn trat in jungen Jahren ins „Königlich Bayerische Infanterieregiment“ ein, in dessen Musikkorps er eine Ausbildung, vorwiegend im Posaunenspiel, erhielt. Dass H. in späteren Jahren ein bedeutender Sammler historischer bayerischer Armeemärsc he wurde, dürfte wohl auf diese Zeit zurückgehen. Im Rang eines „Königlich Bayerischen Musikdirektors“ brachte es H.  in den Jahren danach als Leiter der Stadtkapelle und Dirigent des Theaterorchesters in der niederbayerischen Stadt Landshut zu beträchtlichem Ansehen.

Nach der kurzen Aufbauphase durch Josef Gung’l  leitete H. von 1870 bis 1878 das Reichenhaller Kurorchester. Gerade in dieser Zeit verfasste er zahlreiche Kompositionen im Bereich der „heiteren  Muse“, Opern-und Operettenbearbeitungen sowie Märsche. Auch als Komponist des „Reichenhaller Liedes“  mit dem Text von Franz Wisbacher blieb H. in Erinnerung.  In die Geschichte der Stadt Bad Reichenhall ging H. aber auch als Gründer der bis heute existierenden, einst aus der „Veteranen-Kapelle“ hervorgegangenen „Stadtkapelle“ ein.

Auch in sozialer Hinsicht setzte sich H. für die Belange seiner Wahlheimat ein. Als Rentenverwalter der in Reichenhall lebenden Baronin Antonie von Lotzbeck  verteilte er in deren Namen immer wieder großzügige Spenden an bedürftige Stadtbewohner, was ihm sogar den Ruf eines „Vaters der Armen“ einbrachte.

Literatur

Herbert Pfisterer: 125 Jahre Konzertorchestertradition in Bad Reichenhall (1868-1993)

Bearbeitung: Dr. Helga Prosinger