Vor- und frühgeschichtliche Stätten - Karlstein (Bad Reichenhall): Unterschied zwischen den Versionen

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Aus der Urnenfelderzeit (1200 – 750 v. Chr.) haben sich Reste von Wohnbauten, Bronzeschlacken und Gusskuchen erhalten, die eine Metallverarbeitung belegen. Die zugehörigen Bestattungen waren als Urnengräber angelegt. In der Frühen Eisenzeit (Hallstattzeit) war der Ort nur noch spärlich besiedelt. Die wenigen Funde machen einen tiefen Einschnitt in der Siedlungskontinuität deutlich.  
Aus der Urnenfelderzeit (1200 – 750 v. Chr.) haben sich Reste von Wohnbauten, Bronzeschlacken und Gusskuchen erhalten, die eine Metallverarbeitung belegen. Die zugehörigen Bestattungen waren als Urnengräber angelegt. In der Frühen Eisenzeit (Hallstattzeit) war der Ort nur noch spärlich besiedelt. Die wenigen Funde machen einen tiefen Einschnitt in der Siedlungskontinuität deutlich.  


In der Spät-Latènezeit (Kelten) entwickelte sich wieder ein überregional bedeutender Handelsknotenpunkt. Es wurden Blockbauten auf Steinfundamenten ausgegraben, die bis zu 20 Meter lang waren und Feuerstellen in der Mitte besaßen. Die Bauten waren je von einem Hof umgeben, was auf Viehhaltung und handwerkliche Tätigkeit hinweist. Ambosse für feine Schmiedearbeiten, Werkzeuge zur Lederbearbeitung, Zimmermannswerkzeuge und landwirtschaftliche Geräte wurden gefunden. Weingefäße und ein Weinsieb belegen  wirtschaftliche und kulturelle Kontakte mit dem Mittelmeerraum. Im Karlsteiner Hochtal wurde das „Karlsteiner Kleinsilber“ hergestellt. Das sind Münzen mit einem Durchmesser von 8 mm, die teilweise die „Kugelpferd-Prägung“ erhielten. Diese Münzen wurden im gesamten Ostalpenraum bis nach Slowenien gefunden. Es wird daher eine Haupt-Handelsroute von Karlstein nach Südosten in dieser Epoche vermutet. Üblicherweise war die Münzprägung den Zentralorten vorbehalten. Die spätkeltische Siedlung wurde am Beginn des 1. Jahrhunderts nach Christus aufgegeben. (Schmalschlägerstraße)
In der Spät-Latènezeit (Kelten) entwickelte sich wieder ein überregional bedeutender Handelsknotenpunkt. Es wurden Blockbauten auf Steinfundamenten ausgegraben, die bis zu 20 Meter lang waren und Feuerstellen in der Mitte besaßen. Die Bauten waren je von einem Hof umgeben, was auf Viehhaltung und handwerkliche Tätigkeit hinweist. Ambosse für feine Schmiedearbeiten, Werkzeuge zur Lederbearbeitung, Zimmermannswerkzeuge und landwirtschaftliche Geräte wurden gefunden. Weingefäße und ein Weinsieb belegen  wirtschaftliche und kulturelle Kontakte mit dem Mittelmeerraum. Im Karlsteiner Hochtal wurde das „Karlsteiner Kleinsilber“ hergestellt. Das sind Münzen mit einem Durchmesser von 8 mm, die teilweise die „Kugelpferd-Prägung“ erhielten. Diese Münzen wurden im gesamten Ostalpenraum bis nach Slowenien gefunden. Es wird daher eine Haupt-Handelsroute von Karlstein nach Südosten in dieser Epoche vermutet. Üblicherweise war die Münzprägung den Zentralorten vorbehalten; hier könnte sie auf eine damalige Salzgewinnung aus den nahegelegenen Reichenhaller Solequellen und einen Salzhandel hindeuten. Beides ist jedoch bis jetzt archäologisch nicht nachgewiesen. Die spätkeltische Siedlung wurde am Beginn des 1. Jahrhunderts nach Christus aufgegeben. (Schmalschlägerstraße)