Burg Kirchberg (Bad Reichenhall)

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Grundriss von Kirchberg
Suchschnitt entlang einer ergrabenen Mauer

Von der Burg Kirchberg ist ein Burgstall auf dem Kirchberg im gleichnamigen Stadtteil von Bad Reichenhall erhalten.

Geschichte

Im Umfeld des Kirchbergs wurde Ende des 19. Jahrhunderts ein großes bajuwarisches Gräberfeld aus dem 7. und 8. Jh. entdeckt. Auf der Anhöhe wurde seit längerem ein Kultplatz oder Heiligtum vermutet. Nach neueren Erkenntnissen könnte es sich auch um eine frühe zentrale Siedlungsstätte Reichenhalls gehandelt haben, deren Spuren durch die Errichtung der Burg im 12. Jahrhundert überbaut wurden. Der Name Kirchberg könnte darauf hindeuten, dass bereits vor dem Bau der Burg eine Kirche an diesem Platz stand.

Eine Burg des Salzburger Erzbischofs ist um 1130 anzunehmen, als Erzbischof Konrad I. eine Kapelle des heiligen Georg weihte. Es handelt sich um die erste und größte erzbischöfliche Burg im Reichenhaller Raum, mit welcher der Kirchenfürst seinen Einfluss auf die Salinenstadt behaupten konnte. Als Verwalter setzte er einen seiner Gefolgsleute ein, der sich nach Kirchberg nannte. Im Zuge der Auseinandersetzung zwischen dem Herzog und dem Erzbischof um die Vorherrschaft über Reichenhall wurde die Burg 1262 vom Herzog zerstört. Das Patrozinium der Georgskapelle übertrug man wohl später auf die nahe Kirche in Nonn.

Beschreibung

Die einstige Burganlage befindet sich heute unter einer meterhohen Schuttschicht. Das am Fuß der Anhöhe gelegene Kirchbergschlössl war vermutlich ursprünglich der Wirtschaftshof der Burg. Auf dem Hügel sind heute auch Reste einer Ölbergkapelle aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Das Gelände befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich.

Literatur

Johannes Lang: Geschichte von Bad Reichenhall, 2009

Johannes Lang: Reichenhaller Burgenweg, Führer zu den Burgen und Schlössern in Reichenhaller Raum, Bad Reichenhall 2004


Bearbeitung: Andreas Hirsch