Goldener Zweig (Piding)

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Grenzsituation am Goldenen Zweig Mitte des 18. Jahrhunderts
Am Goldenen Zweig

„Goldener Zweig“ wird ein Wasserlauf im Strailach am Südabhang des Fuderheubergs zwischen Piding und Nonn genannt, der in die Saalach mündet.

Etwas oberhalb des Strailachweges entspringt an einem Felsen, den man früher Goldener Zweig nannte, ein kleiner Bach. Dieser Wasserlauf bildete einen Grenzpunkt zwischen der Grafschaft im oberen Salzburggau und der vermutlich in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts entstandenen Grafschaft Reichenhall. Mit dem Vertrag von Erharting (1275) markierte der Goldene Zweig bis 1810 die Grenze zwischen Salzburg und Bayern.

Erstmals erscheint der Flurname in einer Urkunde vom 20. September 1305: Der hoch verschuldete Wilhelm von Staufeneck verkauft an Erzbischof Konrad IV. von Salzburg seinen Anteil an der Burg Staufeneck und umliegende Güter. Dazu gehören die vor der Burg liegenden Besitzungen, seine Hälfte des Berges „Stouff“ (Hochstaufen) von dem „guldenem Zwei“ bis nach Oufheim (Aufham) hinter der Schweinsteigen (Schweineck) und die halbe Adelswis.

Lorenz Hübner berichtet in seiner Beschreibung des Erstifts Salzburg von 1796: „Im Jahr 1646 und 47 wollte man sogar vom goldenen Zweige aufwärts ein Goldbergwerk gespüret haben. Allein man stand gar bald davon ab, wie einige aufgelassene Gruben davon bezeugen.“ Im 18. Jahrhundert stritten sich Bayern und Salzburg um den rechtmäßigen Grenzverlauf und damit um einige Quadratmeter Auwald beim Goldenen Zweig, wie eine Planzeichnung (Bild) belegt.

Heute befinden sich beim Goldenen Zweig Quellfassungen für die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Piding und ein hölzerner Brunnen.

Siehe auch: Nasse Grenze (Saalach)

Literatur

Max Wieser: Schloß Staufeneck, 1979

Link

Urkunde vom 20. September 1305: http://monasterium.net/mom/DE-BayHStA/HUSalzburgErzstift/60/charter?q=staufeneck


Bearbeitung: Andreas Hirsch