Kuefpeck-Retabel ("Salinenaltar")

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Kuefpeck-Retabel, geöffneter Schrein (Foto: Maria Seeberg)

Der sogenannte „Salinenaltar“, ein Flügelretabel (Altaraufsatz in Schreinform), befindet sich seit 1854 im Bayerischen Nationalmuseum in München. Er wurde 1521 von dem Reichenhaller Salzsender (Salzhändler) Leinhart Kuefpeck und seiner Ehefrau Margret gestiftet. Lange Zeit wurde angenommen, dass der Altar ursprünglich in der Salinenkapelle zu Reichenhall gestanden hätte.

Die Diplom-Restauratorin Maria Seeberg aus München hat sich 2007 in ihrer Diplomarbeit mit den Umständen der Entstehung des Altars, seinem ursprünglichen Standort und der stilistischen Einordnung befasst. Durch ihre Forschungen konnte sie nachweisen, dass der Altar ursprünglich nicht in der Salinenkapelle, sondern an einem Pfeiler in der ehemaligen Stiftskirche St. Zeno aufgestellt war. Die Stiftung des Altars fällt in die Zeit der Neuausstattung von St. Zeno nach dem Brand von 1512, als auch die Kanzel (1520), das Chorgestühl (1521) und der Taufstein (1522) neu geschaffen wurden.

Stilistisch steht das Werk genau am Übergang von der Gotik zur Renaissance und hat Augsburger und Nürnberger Arbeiten zum Vorbild. Von dem mit dem Notnamen „Meister des Salinenaltars“ bezeichneten unbekannten Künstler ist heute nur noch ein weiteres Tafelbild im Salzburg Museum erhalten.

Literatur

Maria Seeberg, Das Flügelretabel aus Bad Reichenhall von 1521, Diplomarbeit 2007 [1]

Bearbeitung: Andreas Hirsch