Mertig, Liselotte

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Mertig, Liselotte, Heimatforscherin, *12.12.1913 Dresden, +17.09.1986 Bad Reichenhall

Wegen eines Asthmaleidens begab sich Liselotte Mertig 1944 aus Sachsen nach Bad Reichenhall zur Kur. Die Lage am Ende des Zeiten Weltkrieges führte dazu, dass Sie in dem Kurort blieb und ihre beiden Söhne zu sich holte. 1948 kam ihr Ehemann Johannes Mertig ebenfalls nach Bad Reichenhall. Liselotte Mertig interessierte sich für die Geschichte des Reichenhaller Raums und kam in Kontakt mit dem Leiter des Heimatmuseums, Fritz Schülein, dem Archäologen Prof. Dr. Martin Hell und weiteren Persönlichkeiten aus der Archäologieszene. Mertig wurde freie Mitarbeiterin des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege und der Prähistorischen Staatssammlung in München.

Zwischen den 1950er Jahren und 1982 erforschte sie prähistorische Fundplätze im Reichenhaller Raum, u.a. 1954 bronzezeitliche Siedlung am Listsee, 1959 – 1962 römische Villa in Marzoll, 1963 Siedlungsfund frühe Bronzezeit, Nonn; 1966 Fund der „Venus vom Langacker“, 1973 bis 1977 Grabungen in Kirchberg. 1980 Fund einer jungsteinzeitlichen Feuersteinklinge am Wörgötterplatz; 1982 Fund einer Geweihharpune aus dem Thumsee aus der frühen Urnenfelderzeit.

Über ihre Funde berichtete sie in den Reichenhaller „Heimatblättern“ und gab im Eigenverlag Broschüren heraus: „Vorgeschichtliche Siedlungsplätze im Gebiet des Karlstein bei Bad Reichenhall“, 1966 und „Das Langackertal bei Bad Reichenhall in vor- und frühgeschichtlicher Zeit“, 1967.

Am 13.11.1984 verlieh ihr die Stadt Bad Reichenhall die Goldene Ehrennadel in Würdigung ihrer hohen Verdienste um die Heimatpflege.

Quelle: Ulrich Mertig, Liselotte Mertig - Heimatforscherin aus Leidenschaft, Vita, Ottobrunn 2015

Bearbeitung: Andreas Hirsch