Schwarzbach (Bad Reichenhall)

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Schwarzbach ist ein Ortsteil der Stadt Bad Reichenhall. Es gehörte zur früheren Gemeinde Marzoll und wurde 1978 mit dieser nach Bad Reichenhall eingemeindet. In der Nähe befindet sich an der Grenze zu Österreich der Grenzübergang Walserberg.

Geschichte

Das ehemalige Wirtshaus in Schwarzbach


Keramikscherben und ein Eisenmesser könnten auf eine Besiedlung zur Römerzeit hindeuten. Das Dorf wurde urkundlich erstmals 1147 als „Swarzpach“ erwähnt. Es ist nach dem vorbeifließenden Schwarzbach benannt. Dieser verdankt dem dunklen Wasser aus dem Moorgebiet am Fuß des Untersbergs seinen Namen und mündet in der Marzoller Au in den Wasserbach. Seit 1499 gehörte das Dorf zur Hofmark Marzoll und Schwarzbach (niedere Gerichtshoheit) welche zunächst im Besitz der Familie Fröschl stand. Im Jahr 1798 fielen die Hofmarksrechte an das Kurfürstentum Bayern.

Schwarzbach war eine Raststation an der Straße von Reichenhall nach Salzburg, wo der Weg zur Bichlbruck und nach Laufen abzweigte. Immerhin besaßen in Schwarzbach, das aus acht Anwesen bestand, neben dem stattlichen Wirtshaus noch zwei weitere Häuser die Berechtigung, Gäste zu bewirten und zu beherbergen. Dazu gab es noch einen Schmied und einen Wagner, welche zum Teil von den Durchreisenden lebten. Ab 1765 ist eine „Churbaierische Beymauth“ in Schwarzbach belegt. Diese war anfangs im Brödl-Anwesen (An der Schanz 1) untergebracht, bis sie Ende der 1780er Jahre ins benachbarte „Alte Mauthaus“ (Reichenhaller Straße 95) umzog. Im Jahre 1805 übersiedelten die Schwarzbacher Zöllner ins „Neue Mauthaus“ (Reichenhaller Straße 105), das wenige hundert Meter weiter in Richtung Grenze errichtet worden war. Im Jahre 1937 zog das Zollamt Schwarzbach in eine direkt an der Grenze neu erbaute Baracke.

Für Zollbeamte wurden in den 1930er Jahren drei Wohnhäuser und ab 1954 Wohnblocks errichtet. In den 1950er und 1960er Jahren wies man große Baugebiete aus, wodurch das Dorf Richtung Osten wuchs. Bereits in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg gab es ein Freibad, das 1967 neu errichtet und in den 1970er Jahren durch einen Tennisplatz und eine Eisstockbahn ergänzt wurde.

Literatur

Herbert Fröhlich: Marzoll, eine oberbayerische Chronik, 2008

Johannes Lang: Geschichte von Bad Reichenhall, 2009


Bearbeitung: Andreas Hirsch