Sulz - Sole (Etymologie)

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Die Sulz oder Sulzen (althochdeutsch sulza, mittelhochdeutsch sulze) war seit dem Mittelalter der im süddeutschen Raum verwendete Begriff für Salzwasser. In Reichenhall, Hallein und Berchtesgaden wurden folgende Bezeichnungen verwendet:

„Sulz“ in einem Reichenhaller Lied aus dem 16. Jh.

„Sulzen“ Tobias Volckmer, Plan für eine Soleleitung von Berchtesgaden nach Reichenhall 1612

„Sulzenrinnen“, Leitung vom Salzbergwerk Berchtesgaden zur Saline Schellenberg, Hans Faistenauer, Karte der Fürstpropstei Berchtesgaden 1628

„Salzbrunn“ Johann Joseph Zeller, Beschreibung der Soleleitung Reichenhall – Traunstein 1700

„Salzbrunn“ Anton Stegbuecher, Beschreibung der Soleleitung Reichenhall – Traunstein, um 1700

„Sulzenstuben“ (Solereserven) Benedikt Werkstötter, Gemälde in den Fürstenzimmern, im ehem. Pflegamtsgebäude (Keltenmuseum) Hallein 1758

„Sulzenstren“ (Soleleitung vom Salzbergwerk am Dürrnberg zu den Pfannhäusern in Hallein) 18. Jh.

„Salzwasserleitung“ Adrian v. Riedl, 1796


Seit Anfang des 19. Jahrhunderts setzte sich der Begriff Sole durch. Im 16. Jahrhundert war diese Bezeichnung aus dem Mittelniederdeutschen ins Hochdeutsche aufgenommen worden. Vermutlich gelangte die Bezeichnung an der Saline Lüneburg (Niedersachsen) in die Salinen-Fachsprache.

„Soole“ Mathias v. Flurl, Aeltere Geschichte der Saline Reichenhall, 1809

„Soole“ Josef Ernst Ritter v. Koch-Sternfeld, Die teutschen, insbesondere die bayerischen und österreichischen Salzwerke, 1836

„Soole“ Joseph Osterhammer, Topographie und Geschichte der königlichen Salinen-Stadt Reichenhall und deren Umgebung, 1848


Literatur

Duden Herkunftswörterbuch, 1989, S. 680

Johann Andreas Schmeller, Bayerisches Wörterbuch, 1837 (Auflage 1877) B 2/1, Sp. 274

SALZ, Katalog Salzburger Landesausstellung 1994, S. 179, 223, 224

Bearbeitung: Andreas Hirsch