Winterbräuche: Unterschied zwischen den Versionen

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<u>Gericht Reichenhall:</u> „An den Klöpfelsnächten liefen hier viele Masken selbst mit Musik von Haus zu Haus, und die sich zu erkennen geben, erhielten Branntwein und Obst. In der Rauhnacht (5./6. Jan.) auch Berchtennacht genannt, hielt man, eh die Polizei es abstellte, ebenfalls einen nächtlichen Mummenschanz, das Berchtenlaufen. Einzelne Arme singen noch Hirten- und Sternlieder. Zu Niklas (5./6. Dez.) erscheint der Klaubauf oder die Frau Bercht. In der Thomasnacht (21./22. Dez.) üben die Mädchen auch hier mancherlei Aberglauben, werfen mit dem Schuh hinter sich, gießen Blei, zählen Spähne, wobei sie glauben, daß das Erwischen einer gleichen Zahl mit einem Griffe ihre baldige Heirath bedeutete. Sie waschen sich in der Christnacht (24./25. Dez.). Es gibt auch sonst viel Aberglauben; man kennt die Irrwurzel und ähnliche Hexenmittel, und glaubt fest an die Zwerggeister des Untersberges.“
<u>Gericht Reichenhall:</u> „An den Klöpfelsnächten liefen hier viele Masken selbst mit Musik von Haus zu Haus, und die sich zu erkennen geben, erhielten Branntwein und Obst. In der Rauhnacht (5./6. Jan.) auch Berchtennacht genannt, hielt man, eh die Polizei es abstellte, ebenfalls einen nächtlichen Mummenschanz, das Berchtenlaufen. Einzelne Arme singen noch Hirten- und Sternlieder. Zu Niklas (5./6. Dez.) erscheint der Klaubauf oder die Frau Bercht. In der Thomasnacht (21./22. Dez.) üben die Mädchen auch hier mancherlei Aberglauben, werfen mit dem Schuh hinter sich, gießen Blei, zählen Spähne, wobei sie glauben, daß das Erwischen einer gleichen Zahl mit einem Griffe ihre baldige Heirath bedeutete. Sie waschen sich in der Christnacht (24./25. Dez.). Es gibt auch sonst viel Aberglauben; man kennt die Irrwurzel und ähnliche Hexenmittel, und glaubt fest an die Zwerggeister des Untersberges.“


<u>Gericht Berchtesgaden:</u> „Am Niklasabend kömmt der der hl. Bischof und mit ihm der Buttenmann, ein Kinderschreck mit einer Butte (Kürbe, Kirm) am Rücken, der Geschenke verteilt. Am 3 Königsabend fürchtet man die Frau Bercht und räuchert das Haus. Die Kirchensänger ziehen herum zum Sternsingen und Hirtenspiel; sie führten vor Zeiten in der Christmette auch eine Musik auf mit Schalmei, Zimbal und Bockhorn.“
<u>Gericht Berchtesgaden:</u> „Am Niklasabend kömmt der der hl. Bischof und mit ihm der Buttenmann, ein Kinderschreck mit einer Butte (hölzernes Gefäß) am Rücken, der Geschenke verteilt. Am 3 Königsabend fürchtet man die Frau Bercht und räuchert das Haus. Die Kirchensänger ziehen herum zum Sternsingen und Hirtenspiel; sie führten vor Zeiten in der Christmette auch eine Musik auf mit Schalmei, Zimbal und Bockhorn.“


<u>Gericht Laufen:</u>  „Die Rauhnächte werden mit Eifer gefeiert, besonders die am 3 Königsabende, wo auch wieder die Frau Bercht als Kinderschreck zur Sprache kömmt. In den Klöpfelsnächten, hier Anrollernächte genannt, erscheinen trotz des Verbotes vor einzelnen Häusern immer noch Bursche mit Schellen und Rollen behängt, früher auch „vermacht“ (maskirt). Sie trageneinen Sack mit sich und singen Spottverse auf die Bewohner. Man sucht sie nun mit Gewalt oder Güte ins Haus zu bringen, indem man diesen Sack faßt und sich mit ihnen hin und her zerrt; gelingt es nicht, sie ins Haus zu ziehen, so muß der Sack ihnen mit Obst gefüllt werden. Erklärlicher Weise waren Raufereien hiebei kaum vermeidlich. Das Sternsingen der Schiffleute, ihr Sommer- und Winterspiel, das Spiel von Kain und Abel, das Hirtensingen wird, wenn auch nicht mehr so allgemein, doch noch immer betrieben. Am St. Niklas erscheint für die Kinder der hl. Bischof und der Klaubauf. Am Weihnachtsabend wird der Lehenlaib unter die Hausleute vertheilt und statt des Abendessens mit Klezenbrod „kollatzt“. In der Früh wird Suppen gefastet, d.h. es gibt nur Brod ohne Suppe."
<u>Gericht Laufen:</u>  „Die Rauhnächte werden mit Eifer gefeiert, besonders die am 3 Königsabende, wo auch wieder die Frau Bercht als Kinderschreck zur Sprache kömmt. In den Klöpfelsnächten, hier Anrollernächte genannt, erscheinen trotz des Verbotes vor einzelnen Häusern immer noch Bursche mit Schellen und Rollen behängt, früher auch „vermacht“ (maskirt). Sie trageneinen Sack mit sich und singen Spottverse auf die Bewohner. Man sucht sie nun mit Gewalt oder Güte ins Haus zu bringen, indem man diesen Sack faßt und sich mit ihnen hin und her zerrt; gelingt es nicht, sie ins Haus zu ziehen, so muß der Sack ihnen mit Obst gefüllt werden. Erklärlicher Weise waren Raufereien hiebei kaum vermeidlich. Das Sternsingen der Schiffleute, ihr Sommer- und Winterspiel, das Spiel von Kain und Abel, das Hirtensingen wird, wenn auch nicht mehr so allgemein, doch noch immer betrieben. Am St. Niklas erscheint für die Kinder der hl. Bischof und der Klaubauf. Am Weihnachtsabend wird der Lehenlaib unter die Hausleute vertheilt und statt des Abendessens mit Klezenbrod „kollatzt“. In der Früh wird Suppen gefastet, d.h. es gibt nur Brod ohne Suppe."
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