Burg Gruttenstein (Bad Reichenhall): Unterschied zwischen den Versionen

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Johannes Lang: Reichenhaller Burgenweg, Führer zu den Burgen und Schlössern in Reichenhaller Raum, Bad Reichenhall 2004. http://www.850-bad-reichenhall.de/burgenweg/flash.html#/1/
Johannes Lang: Reichenhaller Burgenweg, Führer zu den Burgen und Schlössern in Reichenhaller Raum, Bad Reichenhall 2004. http://www.850-bad-reichenhall.de/burgenweg/flash.html#/1/
<Gallery>Datei:BuGr3.JPG|Rest der Stadtbefestigung am Torgebäude<Gallery>
Datei:BuGr4.JPG|Gruttenstein von Süden<Gallery>
Datei:BuGr5.JPG|Ansicht von Westen<Gallery>
Datei:BuGr6.JPG|Blick vom Streitbichl<Gallery>

Version vom 22. April 2016, 11:08 Uhr

Gruttenstein über der Alten Saline
Torgebäude Gruttenstein
Die Burg (Nr. 1) war in die Stadtmauer einbezogen

Gruttenstein ist eine Burg in Bad Reichenhall. Sie erhebt sich auf einer Anhöhe über der Alten Saline und war Amtssitz der Hallgafen und später des Pflegers von Reichenhall.

Geschichte

Gruttenstein ist eine der ältesten Befestigungsanlagen im Reichenhaller Raum. Sie wurde zum Schutz der Saline direkt auf der Anhöhe über den Solequellen errichtet. Ihr tatsächliches Alter ist ungewiss; ab dem frühen 12. Jahrhundert ist jedoch von einer Burg der Hallgrafen an dieser Stelle auszugehen. Die Hallgrafschaft bezog sich nur auf die Stadt und das Salinenareal und existierte seit etwa 1080, bis sie 1169 vom Kaiser eingezogen wurde. Als Hallgrafen amtierten die Grafen von Wasserburg.

Der Zerstörung Reichenhalls samt Saline durch den Salzburger Erzbischof Adalbert II. im Jahre 1196 fiel auch Gruttenstein zum Opfer. Um 1218 begann der Bayernherzog mit dem Wiederaufbau. Gruttenstein sollte Gegenburg zur kurz zuvor auf dem benachbarten Streitbichl errichteten erzbischöflichen Hallburg werden.

Im Kampf um die Herrschaft über Reichenhall wurde Gruttenstein zum wichtigsten militärischen Stützpunkt des Herzogs, der schließlich die Stadt im späten 13. Jahrhundert für sich gewann. Die Burg wurde zum Sitz des Pflegers (Vertreter des Herzogs), der von dort aus das Pfleggericht Reichenhall verwaltete. Als Verwaltungs- und Wohngebäude hochrangiger Beamter baute man die Anlage um, wodurch es seinen schlossähnlichen Charakter erhielt. Gleichzeitig bildete Gruttenstein aber auch einen militärischen Stützpunkt, der zwischen 1809 und 1866 sogar als Garnison diente.

Die Burg war in die Ummauerung (erste Hälfte 12. Jh.) der Stadt einbezogen und bildete deren höchstgelegenen Punkt. Gleichzeitig schirmte sie gegen den noch höher gelegenen Streitbichl ab. Durch ihre Lage war Gruttenstein mehrmals Brennpunkt von kriegerischen Auseinandersetzungen. So 1266 beim Angriff durch den Bischof Bruno von Olmütz, während des bayerischen Erbfolgekrieges 1505 und letztmals 1809, bei der Belagerung der Stadt durch die Tiroler Aufständischen.

Viele Jahre lang wurden die Gebäude von Mitarbeitern der Saline bewohnt. Heute befindet sich Gruttenstein in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich.

Beschreibung

Durch das Fehlen von Türmen wirkt Gruttenstein heute gedrungen. Die Gebäude bilden einen geräumigen Innenhof, der nach Westen von einer Mauer abgeschlossen wird. Im Inneren haben sich einige Mauerzüge aus dem 12. Jahrhundert erhalten. Am Torhaus ist kaum noch der Rest der einst anschließenden Stadtmauer zu erkennen, seit der Vorplatz in jüngster Zeit gärtnerisch gestaltet wurde. Der mächtige Graben der Stadtbefestigung südlich des Schlosses wurde in den vergangenen Jahren mit Bauschutt aufgefüllt.

Literatur

Johannes Lang: Geschichte von Bad Reichenhall, 2009

Johannes Lang: Reichenhaller Burgenweg, Führer zu den Burgen und Schlössern in Reichenhaller Raum, Bad Reichenhall 2004. http://www.850-bad-reichenhall.de/burgenweg/flash.html#/1/


<Gallery>Datei:BuGr3.JPG|Rest der Stadtbefestigung am Torgebäude<Gallery> Datei:BuGr4.JPG|Gruttenstein von Süden<Gallery> Datei:BuGr5.JPG|Ansicht von Westen<Gallery> Datei:BuGr6.JPG|Blick vom Streitbichl<Gallery>