Burg Karlstein (Bad Reichenhall)

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Torgebäude Ruine Karlstein
Siegel des Friedrich von Peilstein

Die Burg Karlstein ist eine Ruine im Bad Reichenhaller Stadtteil Karlstein. Sie befindet sich auf einem steilen, teilweise überhängenden Felsen. Der vorgelagerte Felsen, auf dem die Pankrazkirche steht, trug im Hochmittelalter wohl eine Vorburg. Die Burgruine ist ein bekannter Aussichtspunkt und über einen Wanderweg und eine Stiege an der Felswand zu erreichen.

Geschichte

Konrad von Peilstein – seine Familie entstammte einem Zweig der Sighardinger und war mit dem bayerischen Hochadel verwandt – ließ die Burg vor 1150 wohl auf Salzburger Kirchengrund errichten. Der Salzburger Erzbischof hatte die Peilsteiner zu seinen Vertretern vor Gericht (Hochstiftsvögte) berufen. Weil die Salzburger Kirche ein Drittel der Reichenhaller Saline besaß, sollten die Peilsteiner über das erzbischöfliche Eigentum an Ort und Stelle wachen. Die Burg bildete den Mittelpunkt der Grafschaft Reichenhall. Die Grafen von Peilstein residierten nur zeitweise auf Karlstein und gaben deshalb die Verwaltung an den jeweiligen Burghauptmann ab. Am Ende des 12. Jahrhunderts ist in den Quellen ein Burghauptmann namens „Karl“ feststellbar, nach welchem wohl die Anlage benannt wurde. 1208 erscheint die Burg erstmals urkundlich.

Als die Peilsteiner 1218 im Mannesstamm ausgestorben waren, kam Karlstein in den Besitz des Bayernherzogs, der es von Pflegern verwalten ließ. Nachdem sich Salzburg im 14. Jahrhundert vom Herzogtum getrennt hatte und Reichenhall bayerisch geblieben war, ging Karlstein in private Hände über. Im Jahr 1433 kaufte die Familie Haslanger die Burg, zu der im Umkreis auch eine Hofmark (niedere Gerichtsrechte) gehörte. 1539 erwarb die Reichenhaller Patrizierfamilie Fröschl von Marzoll und Tauerstein den Besitz. Ab 1590 residierten mehrere Salzmeier (Leiter der Saline) und Pfleger (Vertreter des Herzogs) auf Karlstein. Um 1690 wurde die Burg aufgegeben und verfiel.

Beschreibung

Der frühere Weg zur Burg führte über eine steile Rampe und im oberen Teil über eine Holzbalkenkonstruktion. Das Rundbogentor stammt aus dem 16./17. Jahrhundert, als die Burg in einen schlossähnlichen Zustand umgebaut wurde. Zuvor lag der Eingang senkrecht zum Zugang. Im östlichen Teil der Anlage ist die aus der Erbauungszeit vor 1150 stammende Burgkapelle St. Andreas noch zu erkennen. Aus dieser Zeit hat sich auch die Umfassungsmauer erhalten. Die Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Mittelalters befanden sich hauptsächlich an der südwestlichen Seite. Nach den Umbauten im 16. Jahrhundert lagen die Hauptgebäude im Ostteil im Bereich der Kapelle. Der runde Bergfried mit einem Außendurchmesser von 9 Metern wurde nach der Inbesitznahme durch den bayerischen Herzog im 13. Jahrhundert errichtet. In der Mitte der Anlage ist die einstige Zisterne erhalten, in der Regenwasser aufgefangen wurde.

Literatur

Johannes Lang: Geschichte von Bad Reichenhall, 2009

Johannes Lang: Reichenhaller Burgenweg, Führer zu den Burgen und Schlössern in Reichenhaller Raum, Bad Reichenhall 2004


Bearbeitung: Andreas Hirsch